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So gelingt der perfekte Lebenslauf: Aufbau, Inhalte, Gliederung, Chronologie

von 08/06/2020Lebenslauf, Bewerbung, Eigenmarketing, Lesenswert

Das Schreiben und Erstellen eines Lebenslaufs fühlt sich oft an wie Zahnschmerzen. Keiner mag es, dennoch bildet der Lebenslauf die Basis für Ihre Bewerbung und ist Ihr Türöffner für das Bewerbungsgespräch und somit einer der wichtigsten Bestandteile Ihrer Bewerbung. Ohne Lebenslauf geht nichts. Wir zeigen Ihnen, wie Sie in einfachen Schritten Ihren individuellen Lebenslauf erstellen – ganz ohne Zahnschmerzen.

Dieser Fachartikel ist eine Zusammenfassung und Übersicht der wichtigsten Punkte zum Thema Lebenslauf – quasi der “Master-Artikel”. Für vertiefenden Informationen zu einzelne Themen verweisen wir gerne auf die einzelnen Fachartikel, die diese Themen individuell und ausführlich beschreiben.

Und um es Ihnen noch leichter zu machen: Mit unseren von Personalberatern erstellten Design Vorlagen gelingt das Erstellen im handumdrehen und Sie müssen sich keinerlei Gedanken machen, ob er bei Personalern gut ankommt. Und das Anschreiben? Auch kein Problem: Mit unserem Anschreiben-Baukasten gelingt Ihnen dies auch in ein paar Minuten!

Das Wichtigste zuerst

  • Der beliebteste Lebenslauf ist der tabellarische Lebenslauf
  • Das Layout sollte durch klare Strukturen übersichtlich gestaltet sein
  • Die Länge des Lebenslauf sollte 1-3 Seiten lang sein, mit zunehmender Berufserfahrung kann er auch länger werden
  • Reihenfolge: Chronologisch wenn Sie wenig Berufserfahrung haben, retrograd (beginnend mit aktuellem Job), wenn Sie einige Jahre Berufserfahrung haben
  • Beschreiben Sie Ihre Tätigkeiten, Jobtitel alleine reicht nicht
  • Ein Deckblatt ist nicht zwingend notwendig
  • Das Anschreiben sollte individualisiert sein (Brief oder E-Mail)

Vorwort – bitte zuerst lesen

Der im deutschsprachigen Raum am häufigsten vorkommende und bei Personalern beliebteste Lebenslauf ist der tabellarische Lebenslauf. Dieser sollte zwischen 1 bis 3 Seiten lang sein, meist pendelt es sich bei 2 Seiten ein, kann aber in Abhängigkeit Ihrer Berufserfahrung auch länger werden.

Aber was soll drin stehen? Was ist wichtig, was kann weggelassen werden und möglicherweise erst in einem persönlichen Gespräch erwähnt werden? Und wie soll er strukturiert sein? Darauf und auf viele weitere Fragen geben wir Antworten.

Struktur, Übersicht und Layout vor Design und “Schnickschnack”

Ihr primäres Ziel ist: Sie müssen sich in möglichst kurzer Zeit dem Leser bzw. Adressat Ihres Lebenslaufs (Ihrer Bewerbung) so präsentieren, dass er a) Sie und Ihr Potential sofort erkennt und b) er das von Ihnen denkt, was Sie wollen, das er es tut! Stellen Sie sich vor, Sie seien in einem “Sales Pitch” und Ihr Lebenslauf ist die Broschüre/Präsentation. Mit anderen Worten: Stellen Sie sich vor, Sie erstellen eine Broschüre mit Ihnen als Produkt.

Unser Tipp: Nach Fertigstellung Ihres Lebenslaufs nehmen Sie diesen, lesen Sie ihn 1  bis 1,5 Minuten durch und laufen dabei durch Ihre Wohnung (oder geben Sie Ihren Lebenslauf einem Dritten, der es so machen soll). Danach fragen Sie sich oder den Dritten: Hat er (Sie) alles verstanden? Konnten Sie den Lebenslauf zu Ende lesen? Weiß er, wer Sie sind und was Sie können?

Wieso Sie das tun sollen? Personal-Manager (oft auch HR Manager od. Personaler genannt) haben oft nicht mehr als diese 1-2 Minuten Zeit, sich mit einem Lebenslauf zu beschäftigen und sich ein Bild von Ihnen zu machen. Oft sind sie dabei abgelenkt oder auf dem Weg zum nächsten Meeting …

Sie können sich das Leben erleichtern! Mit den Lebenslauf-Vorlagen von redpilot!

Struktur & Gliederung

Layout

Klare Struktur, gut und schnell lesbar durch Transparenz und Übersicht. Der Leser muss sich schnell einlesen können und Sie als Person erkennen. Das Design des Anschreibens und des Lebenslaufs sollten zueinander passen.

Struktur

Die für einen tabellarischen Lebenslauf übliche Struktur bzw. Gliederung sieht wie folgt aus:

  • Persönliche Angaben:  Stammdaten wie Adresse, Kontaktdaten, Alter, Geburtsort, Bild etc.
  • Ausbildung: Schulische, berufliche sowie akademische Ausbildung
  • Berufliche Angaben: berufliche Angaben sowie Angaben über Praktika
  • Kenntnisse, Fähigkeiten: Dazu gehören auch Weiterbildungen und sonst. Qualifikationen

Die Überschriften sind nur ein erster Anhaltspunkt und können selbstverständlich beliebig erweitert werden.

Zeitliche Angaben immer vor die einzelnen Stationen schreiben in folgender Form:

  • MM/JJJJ (also bspw. 07/2023) und zwar links, rechts erfolgen dann die einzelnen Stationen . Eine Tagesangabe ist i.d.R. nicht notwendig. Und nein: Nur Jahreszahl reicht nicht. Und nein, wir sind nicht in den USA wo es üblich ist, die Jahreszahl rechts anzugeben – es ist weder cool, modern oder sonst was.

Expertentipp zur Gewichtung einzelner Stationen im Lebenslauf

Sollte Sie einem speziellen Punkt eine besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen wollen, dann stellen Sie ihn als eigenständigen Punkt mit Überschrift dar (bspw. Studium getrennt von restl. Aus- und Weiterbildung), weniger wichtige Punkte stellen Sie ans Ende Ihres Lebenslaufs.

Länge

Der Umfang Ihres Lebenslaufs sollte mindestens 1 Seiten sein, 2 Seiten sind üblich und oft ausreichend. Aber: Mit zunehmender Berufserfahrung kann Ihr Lebenslauf auch deutlich länger werden. Und denken Sie dran, Seitenzahlen anzugeben.

Hinweis: Wenn Ihr Lebenslauf länger wird, dann nur aufgrund inhaltlichem Mehrwert. Eine ständige Wiederholung macht keinen Sinn und langweilt. Darüber hinaus hat der Leser i.d.R. keine Zeit, sich all die Seiten durchzulesen – eher wird er Sie aussortieren. Der Leser wird sich nur mit Ihnen beschäftigen, wenn er im Vorfeld schnell erkennen konnte, dass es sich lohnen wird. Im übrigen ist das einer der Gründe, weshalb es so wichtig ist, den Lebenslauf an die Stelle anzupassen, auf die Sie sich bewerben: Sie liefern dem Leser Argumente dafür, sich mit Ihnen zu treffen.

Also: Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren wird Ihnen mehr Einladungen zu einem Gespräch bescheren, als seitenlange Essays zu verfassen. Die Details können Sie dann im persönlichen Gespräch vermitteln.

Bei längeren Lebensläufen lohnt es sich auch, über ein Deckblatt nachzudenken. Hier haben Sie die Gelegenheit sowohl eine Inhaltsangabe als auch einen “Executive Summary” Ihrer Person einzufügen. Weitere Details finden Sie im folgenden Abschnitt “Deckblatt” oder in unserem Fachartikel „Lebenslauf: Deckblatt richtig gestalten„.

Reihenfolge & Chronologie

Ob Sie mit Ihrer Ausbildung (chronologisch) oder zuerst mit Ihrer beruflichen Laufbahn beginnen (retrograd) bleibt Ihnen überlassen. Nicht unüblich und sinnvoll ist es, nach einigen Jahren Berufserfahrung mit dem beruflichen Werdegang zu beginnen, für junge Bewerber bietet sich die chronologische Darstellung an.

Wenn Sie mit der Berufserfahrung beginnen, dann sollte die aktuelle Position an erster Stelle stehen (absteigend chronologisch, sprich retrograd).

Reihenfolge für Berufserfahrene

(mehr als 3 Jahre Berufserfahrung, mehr als ein Arbeitgeber)

Der Einsatz eines rückwärts chronologischen Lebenslauf bietet sich dann an, wenn Sie über einen lückenlosen Lebenslauf verfügen und Ihre aktuelle Funktion bzw. Tätigkeit aussagekräftig bzw. richtungsweisend für den Job ist, auf den Sie sich bewerben.

  • Persönliche Daten & Bild
  • Berufliche Daten (& Praktikum) – beginnen mit dem aktuellen Job und dann chronologisch „rückwärts“ (retrograd) aufzählend
  • Ausbildung – rückwärts chronologisch, also beginnend mit der höchsten Ausbildung
  • Kenntisse & Fähigkeiten – chronologisch, Weiterbildungen auch retrograd, also mit der aktuellsten Weiterbildung beginnend
Vorteile des rückwärts chronologisch (retrograd) Lebenslaufs
  • Das Wichtigste zuerst: Die letzten Jahre Ihrer Berufserfahrung stehen am Anfang und werden entsprechen betont und sofort wahr genommen.
  • Unwichtiges zum Schluss: Weniger relevante Themen, etwa Schulabschlüsse, erscheinen am Ende.
  • Akzeptanz: Diese Lebenslauf-Art in Form des tabellarischen Lebenslaufs ist mittlerweile weit verbreitet und anerkannt, sowie bei Fach- und Führungskräften vorherrschend.
Nachteile des rückwärts chronologisch Lebenslaufs

Nachteilige Betonung der erwerbsfreien Zeit: So stehen Arbeitslosigkeit oder Elternzeit im Vordergrund und  werden an dieser Stelle zu sehr betont. In diesem Fall müssen Sie den Leser Ihres Lebenslaufs auf Ihre besondere Eigenschaften und bisherige Erfahrungen lenken und somit von Ihrer erwerbsfreien Zeit ablenken. Wichtig ist, dass der Leser Ihre Stärken und das, was Sie darstellen wollen, wahrnimmt. Dies erreichen Sie, indem Sie beispielsweise nach den persönlichen Daten zunächst eine Zusammenfassung Ihrer bisherigen beruflichen Erfahrungen und Eckpunkte aufzählen oder mit der letzten aktuellen Weiterbildungsmaßnahme beginnen und erreichen so, dass sich der Leser auf etwas anderes als Ihre erwerbsfreie Zeit fokussiert.

Reihenfolge für Berufseinsteiger

(Berufsanfänger, Studenten, Auszubildende, Young Professionals, Trainees …)

Sie kommen gerade von der Uni, haben soeben Ihre Ausbildung beendet oder sind noch bei ihrem ersten Job. Aufgrund Ihrer geringeren Berufserfahrung steht Ihre Ausbildung noch im Vordergrund. Darüber hinaus ist diese Art möglicherweise die Richtige, sofern Sie eine erwerbslose Zeit hatten (Arbeitslosigkeit, Elternzeit etc.)

  • Persönliche Daten & Foto
  • Ausbildung – chronologisch
  • Berufliche Daten (& Praktikum) – chronologisch
  • Kentnisse & Fähigkeiten – chronoglisch

Checkliste Lebenslauf: Übersicht „das muss rein“

Inhalte – Das muss rein

0. Rahmenbedingungen und Nebengeräusche

Angaben des Landes: Die Angabe des Landes nach der Angabe des Ortes ist nur bei internationalen Bewerbungen wirklich notwendig; oder bei einem Lebenslauf, der seinen Ursprung in verschiedenen Ländern hat (Ausbildung in den USA, Jobs in Frankreich, Deutschland etc.)

Gehalt: Gehören Ihre Gehaltsvorstellungen in den Lebenslauf? Nein, im Lebenslauf selbst nicht. Wird in der Anzeige danach gefragt, sollten Sie Ihre Gehaltsvorstellungen im Anschreiben formulieren. Geben Sie eine Bandbreite von … bis an. Die Angabe einer Bandbreite zeigt eine gewisse Flexibilität und lässt Ihrem Gegenüber etwas Verhandlungsspielraum. So beenden Sie die Gespräche durch die Formulierung eines Fixgehalts nicht schon bevor Sie überhaupt begonnen haben. Dem Headhunter sollten Sie Ihre Gehaltsvorstellungen immer möglichst schnell mitteilen. Bei einer Bewerbung direkt beim Unternehmen können Sie bis zum Interview damit warten (telefonisches oder persönliches Interview), sofern nicht – wie vorher schon beschrieben – explizit vorher danach gefragt wurde. (Tipp: Hier geht’s zum Anschreiben-Baukasten)

Eintrittstermin: Werden Sie nach dem frühestmöglichen Eintrittstermin gefragt, sollten Sie diese Fragen unbedingt im Anschreiben beantworten. Dieser Termin hängt oft von Projektzeiten, Kündigungsfristen und Wettbewerbsklauseln ab.

1. Persönliche Angaben

  • Vorname, Nachname: Vollständigen Namen angeben (u.U. auch Geburtsname)
  • Adresse: Private Anschrift
  • Kontaktdaten: Private Telefonnummer / Handy sowie E-Mail-Adresse. Bitte spezifizieren Sie Ihre Erreichbarkeit in Form von Datum und Uhrzeit (bspw. immer abends ab 18 Uhr mobil erreichbar oder Anrufbeantworter – man wird Sie aber selten mehr als zwei- bis drei Mal anrufen…). Diese Kontaktdaten sollten immer schnell verfügbar sein – also i.d.R. auf der ersten Seite des Lebenslaufs.
  • Geburtsdatum, Geburtsort: Datum sollte es sein, mindestens jedoch Alter (bei deutschen Bewerbungen). Die Ortsangabe ist optional und wichtig bei internationalen Bewerbungen. Hier wäre die Angabe über das Geburtsland auch vorteilhaft. Dies lässt Rückschlüsse auf Nationalität, mögliche Mobilität und Sprachen zu.
  • Familienstand: Optional – zur Auswahl stehen: Ledig, verheiratet, geschieden, in fester Beziehung (LAG), getrennt lebend, geschieden, verwitwet. Diese Angaben sind aber nicht notwendig und werden zunehmend unüblich. Dies gilt ebenso für die Angabe über die Anzahl und das Alter der Kinder. Diese Angabe dient u.a. dazu, um Rückschlüsse über Ihre Mobilität oder Umzugsbereitschaft zu ziehen. Die Frage ist immer: Wo bewerben Sie sich? sollte es ein Unternehmen sein, dass auf Traditionen sehr viel Wert legt, dann sind solche Angaben sicherlich vorteilhaft.
  • Staatsangehörigkeit: Optional, sofern Sie sich international bewerben möchten.
  • Konfession: Optional, eher nicht notwendig. Ausnahme: Bewerbungen bei kirchlichen Trägern wie bspw. Krankenhäusern etc.
  • Eltern: Optional, aber nicht mehr notwendig, daher zu vernachlässigen.
  • Social Media: Sofern Sie über ein Xing oder LinkedIn Profil verfügen: Geben Sie es an! Dafür haben Sie es ja mal erstellt. Allerdings sollte es auch gepflegt sein, sonst macht die Angabe wiederum keinen Sinn. Mit Facebook, Instagram & Co. sollten Sie jedoch vorsichtig sein, da es sich hier i.d.R. um private Inhalte handelt. Wenn Sie sicher gehen wollen, sollten Sie diese Accounts auf „privat“ schalten.

2. Bewerbungsfoto

Sie haben natürlich recht – laut AGG ist ein Foto (sowie einige andere Angaben) nicht erforderlich, da es Hinweise über folgende Angaben liefern kann:

  • Rasse oder ethnische Herkunft,
  • Geschlecht
  • Religion und Weltanschauung,
  • Behinderung
  • Alter
  • sexuelle Identität

Aber vielleicht probieren wir es mal mit diesem Ansatz: Stellen Sie sich vor, Ihr Lebenslauf ist eine Marketing Broschüre und Sie sind der Star! Und nun stellen Sie sich vor, diese Broschüre ist ohne Aussagekraft, nicht ansprechend gestylte, voll mit Phrasen und Texten und ohne Bilder. Würden Sie sich damit länger beschäftigen wollen?

Daher unsere Empfehlung und ohne auf dieses Thema im Detail einzugehen: Besser mit als ohne Foto. Beauftragen Sie einen professionellen Fotografen mit der Erstellung eines Bewerbungsfotos und kommen Sie nicht auf die Idee, dies selbst zu übernehmen. Investieren Sie das Geld, auch wenn es aufgrund der Möglichkeiten am heimischen PC oft verführerisch wirkt, sich diese Investition in Zeit und Geld zu sparen. Darüber hinaus haben Sie gleich gute Bilder für Xing, LinkedIn usw.

Experten-Tipp: Damit sich der Gang zum Fotografen lohnt, sollten Sie einige Kleidungsstücke mitnehmen, bspw. ein Hemd (möglichst farblich neutral, wenn Sie auf der sicheren Seite sein wollen: Farbe weiß), eine Krawatte und ein Sakko (bspw. grau, blau) mit und lassen sich folgende Fotos erstellen:

  • zuerst mit allem (Hemd, Krawatte, Sakko),
  • schließlich nur mit Hemd und Sakko
  • und zuletzt nur mit Hemd.

So haben Sie in einem Abwasch alle Arten und Stile von Bewerbungsfotos für alle Fälle parat – passend zur Bewerbung und dem Unternehmen: Vom Konzern bis Start up ist alles dabei.

Anordnung und Platzierung: Das Bewerbungsfoto gehört auf die erste Seite des Lebenslaufs in das obere Drittel. Ob eher rechts- oder linksseitig ist Geschmackssache, in den seltensten Fällen ist mittig die richtige Wahl (Ausnahme: Deckblatt). Die übliche Größe des Bewerbungsfotos ist ca. 4,5cm x 6cm, allerdings sollten Sie das abhängig von dem Ihnen zur Verfügung stehenden Platz machen.

Entscheiden Sie sich für ein Deckblatt, sollten Sie das Foto nur auf dem Deckblatt (großformatig) einbinden.

3. Berufliche Angaben

Hier passiert oft ein schlimmer Fehler: Wie will Sie jemand Kennenlernen, wenn Sie nur Ihren Jobtitel angeben?

Also: Beschreiben Sie Ihre Tätigkeiten! Dazu gehören auch Ihre Erfolge, sofern diese für die Stelle, auf die Sie sich bewerben, relevant sind.

Experten-Tipp: Individualisieren und passen Sie Ihren Lebenslauf durch wiederholen von Formulierungen und Schlagworte aus der Anzeige/Ausschreibung an. Besser ist es, wenn Sie Synonyme oder (kreativere) Umschreibungen verwenden.

Beruflicher Werdegang

Geben Sie hier in tabellarischer Form Ihre bisherigen Berufsstationen an. SEHR wichtig ist, dass Sie sich nicht nur auf das Datum von … bis… in der Form von MM/JJJJ, den Namen der Firma, deren Ort und Ihre Funktion beschränken, sondern auch in Stichpunkten (in Form einer Aufzählung) den Inhalt, Ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten (Umsatz/Budget Verantwortung, Mitarbeiterverantwortung, Einkaufsbudget usw.) sowie Ihre Erfolge erwähnen und kurz beschreiben.

Und nein: Es ist weder modern, noch cool noch sonst was, sich das Datum zu sparen oder nur Jahresangaben zu machen. Wenn Sie es dem Leser noch optimaler vorbereiten wollen, dann Schreiben Sie in Klammern hinter oder unter die Datumsangaben, wie lange Sie jeweils bei diesem Unternehmen in dieser Position gearbeitet haben (bspw.: 1,5 J.).

Zeitliche Sortierung

  • Chronologisch „vorwärts“: Wenn Sie sich am Beginn Ihrer beruflichen Laufbahn befinden
  • Chronologisch „rückwärts“: Sie beginnen mit Ihrem aktuellen Job, wenn Sie bereits seit längerer Zeit im Berufsleben stehen. Diese Lebenslaufart ist mittlweile weit verbreitet und anerkannt, sowie bei Fach- und Führungskräften vorherrschend.
Beispiel Eintrag

01/2002 – 12/2010

Leiter Marketing

Musterfirma, Musterstadt, Deutschland

Internationales Unternehmen in der Automobilzulieferindustrie, Schwerpunkt Herstellung von Antriebssystemen, 23.000 Mitarbeiter, 1.200 Mrd. EUR Umsatz in 2022

Tätigkeit

  • Berichtsweg an den Head of European Marketing
  • Ausarbeiten und Umsetzen von Marketingstrategien
  • Planen von Kampagnen
  • Budgetverantwortung 2021: EUR 120 Mio.
  • Führen von 25 Mitarbeitern, davon 3 Teamleiter
  • Erfolge waren … gewonnen Kunden sind …

3.1 Praktikum, Auslandssemester, Nebenjobs

Bitte erwähnen Sie nur die Praktika in Ihrem Lebenslauf, die auch relevant für den Job sind, auf den Sie sich bewerben. Ein Praktikum, welches Sie in der neunten Klasse gemacht haben, spielt kaum noch eine Rolle. Immer wichtig zu erwähnen sind Auslandsaufenthalte. Die Darstellung entspricht der “Berufliche Angaben”

Sollten Sie noch Student sein, so erwähnen Sie das Praktikum nach Ihrer Ausbildung oder führen es als Teil der chronologischen Abfolge einfach in die Ausbildung ein.

Auslandssemester und Auslandsaufenthalte sollten Sie immer angeben. Neben dem meist sprachlichen Benefit sind heute interkulturelle Fähigkeiten gefragter denn je. Mehr zu dem Thema Soft Skills finden Sie in unserem Fachartikel „die GROßE Soft Skill Liste

Nebenjobs während des Studiums (oder anderer höchster Ausbildung) können zeigen, dass Sie auch neben Ihrer Ausbildung schon immer engagiert waren und gewillt sind, Leistung zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen.

4. Studium, Ausbildung, Schulbildung, Wehr- und Zivildienst

Hier gehören folgende Ausbildungsstationen hinein:

  • Studium
  • optional: Wehr- und Zivildienst (oder eigener Punkt bzw. Abschnitt, ähnlich wie „Ausbildung)
  • Ausbildung (bspw. Lehre) Optional: Fort- und Weiterbildungen (sofern die Anzahl überschaubar ist, sonst eigener Punkt. Kann auch unter dem Punkt “Kenntnisse, Interessen” erwähnt werden)
  • Schulabschluss (bspw. mittlere Reife, Oberstufe/Abitur)
  • Weiterführende Schulen (bspw. Gesamtschule, Gymnasium)
  • Grundschule: Sollten Sie schon länger berufstätig sein, können Sie diesen Punkt weglassen.

Hintergrundinformationen zum Thema Studium, Ausbildung, Schulbildung

  • Die Reihenfolge hängt von Ihrer Erfahrung ab. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, immer mit der höchsten Ausbildungsstufe zu beginnen und sich dann zeitlich rückwärts zu arbeiten.
  • Die Angabe von Noten ist nicht zwingend und nur sinnvoll, wenn es sich um eine gute bis sehr gute Leistung handelt. Das Hervorheben Ihrer Abschlüsse (bspw. Fett gedruckt) ist allerdings sehr empfehlenswert.
  • Auch Wehr- bzw. Zivildienst kann hier erwähnt werden, sofern Sie dies nicht als eigenständigen Punkt hervorheben wollen. Generell gilt: Sollte Sie einem dieser Punkt eine besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen wollen, dann stellen Sie ihn als eigenständigen Punkt mit Überschrift dar (bspw. “Studium” getrennt von restlicher “Aus- und Weiterbildung”).
  • Sollten Sie schon länger berufstätig sein, können Sie sich bei der schulischen Bildung auf den höchsten Abschluss konzentrieren (Bspw. Abitur) und alle weiteren Station (Grundschule, weiterführenden Schulen etc.) weglassen.
  • Studienwechsel: Für das Bewerbungsgespräch sollten Sie sich eine schlüssige Begründung überlegen, wieso Sie das Studium gewechselt haben (unabhängig von der Begründung, wieso Sie gerade dieses Studium an erster Stelle gewählt haben).
  • Junge Bewerber können gerne auch Erfolge wie “Klassensprecher”, “Gewinner des Mathewettbewerbs” o.ä. Ihrer Schulzeit hinzufügen.

5.-8. Interessen, Kenntnisse, Fähigkeiten

Die folgenden Punkte können Sie, sofern Sie diese als Schwerpunkte in Ihrem Lebenslauf besonders hervorheben wollen, auch als eigenständige Punkte aufführen.

Folgende Informationen gehören dazu:

  • Sprachkenntnisse: Neben der Sprache ist auch eine Einschätzung Ihrer Sprachfähigkeit wichtig. Folgende Wertung ist empfehlenswert: Grundkenntnisse, Gute Kenntnisse, sehr gute Kenntnisse, fließend in Wort und/oder Schrift, verhandlungssicher, Muttersprache. Dieser Punkt kann auch als eigenständiger Punkt im Lebenslauf stehen.
  • Weiterbildungen (Kompetenzen): Datum, Art und Ausbildungsstätte der Weiterbildung angeben (vgl. “Beruflicher Werdegang”). Sollten es viele sein, so lohnt es sich darüber nachzudenken, ob man einen eigenen Abschnitt “Fort- und Weiterbildungen” in den Lebenslauf einfügt.
  • EDV-Kenntnisse: Aufzählung der Programme, mit denen Sie gut umgehen können inkl. Bewertung. Kann auch als eigenständiger Punkt im Lebenslauf stehen. Sollten Sie IT-Professional sein und auch bei Projekten mitgewirkt haben, dann sollten Sie Ihre IT-Kenntnisse als Anlage zu Ihrem Lebenslauf hinzufügen.
  • Publikationen: Sie betreiben einen Blog? Sind Gastredner oder Autor? Erzählen Sie davon! Je nachdem, wie viele Publikationen es sind, können Sie diesem Punkt einen eigenen Abschnitt spendieren oder eine eigene Anlage zu Ihrem Lebenslauf (gerne gemacht von Ärzten).
  • Führerschein: Die einzelnen Klassen aufzählen. Nur notwendig, wenn es für den Beruf erforderlich ist.
  • Hobbys, persönliche Interessen oder weitere Kenntnisse: Geben Sie hier besondere Fähigkeiten an (Skills und Methodenkompetenzen). Bei Hobbys etwas was fit hält (Sport) oder was Sie bildet (Kurse, Lesen), was Sie integriert (Vereinsarbeit) und/oder etwas triviales (Musik, wandern, kochen). Überdenken Sie die Angabe eines Hobby, welches mit Gewalt (bspw. Kickboxen) zu tun hat oder auf ein hohes Verletzungsrisiko (Leistungssport, Drachenfliegen etc.) hindeutet. Sollten Hobbys überhaupt noch angegeben werden? Ist das zeitgemäß? Grundsätzlich ja, auch wenn es nicht zwingend notwendig ist. Über Hobbys kann oder könnte man Rückschlüsse auf Ihr Engagement, Ihre Durchsetzungskraft und/oder Zielstrebigkeit ziehen.
  • Ehrenamtliche und soziale Tätigkeiten: Durchweg positiv zu bewerten, daher eine sinnvolle Angabe (bspw. ehrenamtlicher Fußballtrainer der E-Jugend in XY-Stadt, freiwillige Feuerwehr usw.). Junge Bewerber können hier auch gerne Angaben über schulische Aktivitäten machen (Klassensprecher, Mitglied der Schülerzeitung oder Jahrbuch AG etc.).

9.-10. Abschluss, Unterschrift

Ort, Datum, Unterschrift: Fällt bei einer Online-Bewerbung meist weg bzw. können Sie einscannen und als Bild einfügen. Wie das geht? Das erklären wir in unserem Bereich Hilfe & Support im Bereich „Microsoft Word Hilfe – Unterschrift einfügen

Mit der Unterschrift verbürgt sich der Kandidat für die gemachten Angaben, daher können bewusst falsch gemachte Angaben möglicherweise strafrechtlich relevant sein.

Deckblatt

Möchten Sie Ihrem Lebenslauf ein Deckblatt voran stellen, sollte Sie darauf achten, dass das Layout/Design dem des darauf folgenden Lebenslauf entspricht. Darüber hinaus sind folgende Angaben sinnvoll:

  • Großes Bewerbungsfoto (bis zu ca. 7 cm Breite x 10 cm Höhe)
  • Vollständiger Name (Vor- und Nachname)
  • Kontaktdaten wie Adresse, Telefonnummer und E-Mail
  • Persönliche Daten

Optional können Sie noch angeben:

  • Grund der Bewerbung: Bspw. Bewerbung als „kaufmännischer Geschäftsführer“
  • Personalisiert an Empfänger/Firma: Bei der Firma Mustermann AG
  • optional zusätzlich: Zusammenfassung / Aufzählung Ihrer Stärken und Erfahrungen
  • optional zusätzlich: Zusammenfassung / Aufzählung Ihrer Schwerpunkte Ihrer bisherigen Tätigkeiten
  • optional zusätzlich: „Inhaltsverzeichnis“ bzw. Aufzählung der „Anlagen“

Detaillierte Informationen zum Thema Deckblatt erhalten Sie in unserem Fachartikel „Lebenslauf: Deckblatt richtig gestalten„.

Kostenlose Deckblatt-Vorlagen finden Sie hier: Dokumenten-Vorlagen Deckblätter

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